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Zieh den Stecker raus, das Wasser kocht

von Ephraim Kishon

Der junge Maler Raphael verehrt Rembrand, hat es selbst aber noch nicht weit gebracht, weil seine gegenständlichen Bilder kein Interesse finden. Da kommt der Kritikerpapst Kaschtan ins Atelier, der für Raphaels Bilder nur ein müdes Lächeln zeigt, von einem Zufallsgebilde jedoch geradezu fasziniert ist: Um den Stecker in der Deckenlampe zu erreichen, wurden Tisch, Stuhl, Schemel und Teekessel aufeinander getürmt - und mit diesem bizarren Gebilde ist nun eine neue Kunstrichtung entstanden: Die mobiliarische Kunst. Nun steht Raphaels weltweiter Karriere nichts mehr im Wege. Zwar merkt er bald, dass alles Humbug ist und die Leute einfach veräppelt werden, doch die Dinge haben ihren Lauf genommen innerhalb des auf Public Relations und Profit orientierten Kunstmarktes. Als selbst Raphaels Protest gegen den organisierten Rummel um seine Person noch beklatscht und prämiert wird, macht er gute Miene zum lukrativen Spiel.

Regie: Josef Heinen

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